PM: Dank VG Wort von Digitalisierung zurück zur Steinzeit in die 80er Jahre

Die unzumutbaren neuen Auflagen der VG Wort für Online Lehrmaterialien an deutschen Universitäten ab dem 01.01.2017 zwingen Dozenten und Studenten in die 80er Jahre zurück!

Enorm aufwendige Einzelabrechnungen für zur Verfügung gestellte Skripte und Auszüge ließen vielen Universitäten keine andere Wahl, als die neue Vereinbarung nicht zu unterzeichnen. In Folge dessen ist für unbestimmte Zeit auch an der Universität Konstanz keine Online Nutzung solcher Lehrmaterialien über das Portal Ilias möglich.

Bisher galt folgendes: Die Nutzung von Beiträgen aus Zeitungen und Zeitschriften, von Werken bis 26 Seiten und bis zu 12 Prozent der Seiten eines längeren Werks pro Lehrveranstaltung ist zulässig. Für die Nutzung zahlen die Universitäten, so auch die Universität Konstanz, jedes Jahr einen Pauschalbetrag an die Verwertungsgesellschaft VG Wort, welche das Geld an die Autoren weitergibt.

Dank eines Urteils des Bundesgerichtshofs sieht die Regelung ab 2017 jedoch anders aus. Der neue Rahmenvertrag sieht vor, dass die Universitäten für jede Nutzung pro Kurs und Semester einen zu errechnenden Betrag an die VG Wort bezahlen müssen.

Neben einem erheblichen bürokratischen Mehraufwand für die Dozenten bringt dies auch eine erhebliche finanzielle Belastung für die Dozenten mit sich. Viele Dozenten werden daher auf die Bereitstellung von begleitenden Unterlagen, wie Aufsätze und Auszüge aus Lehrbüchern verzichten, was das Lehrniveau nachhaltig verschlechtern wird.

„Im Zeitalter von Digitalisierung und der eh schon vernachlässigten digitalen Ausbildung ist der neue Rahmenvertrag ein Schritt in die völlig falsche Richtung. Während in anderen Ländern die größtmögliche Freiheit in der Forschung und exzellente Lehre mit Hilfe des Fortschritts der Digitalisierung gewährleistet wird, muss an deutschen Universitäten das ausgedruckte und gekaufte Skript bald wieder Einzug in den Hörsaal finden. Ich sehe keinen, wie von der Politik angekündigten Digitalen Fortschritt sondern einen erheblichen Rückschritt an den Universitäten,“ so unser Gruppenvorsitzender Lukas Roser.

Der RCDS Konstanz fordert die Politik auf, hier Hilfestellung zu leisten. Es grenzt schon fast an Ironie, dass Bundesministerin Wanka ganze 5 Milliarden Euro zur Verbesserung des digitalen Lernen bereitstellt, die VG Wort aber den wichtigen Schritt zu einer digitalen Hochschule massiv einschränkt und die Politik hier nicht eingreift.

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