PM: Studentenverbindungen auf die Blacklist?

Am 10.12.2015 erging durch das StuPa folgender Beschluss:“ Der AStA verwehrt Gruppen, die Organisationen nahestehen, die Menschen aufgrund biologischer Kriterien ausschließen, den Zugang zur Infrastruktur des AStA. Das StuPa soll sich dafür einsetzen, dass die Richtlinie zur Annahme der HSGen entsprechend angepasst wird.“ Ziel dieses Beschlusses war eigentlich, die Konstanzer Studentenverbindungen und Burschenschaften auszuschließen, die nur (katholische) Männer aufnehmen. Mangels fehlender Weitsicht der damaligen Antragssteller führte dieser Beschluss dazu, dass die „bösen“ Verbindungen ausgeschlossen wurden, jedoch die „gute“ Hochschulgruppe Terre de Femme ebenso der Zugang zur Infrastruktur des AStA´s versagt werden musste. Am 13.07.2016 sollte daher der Beschluss aufgehoben werden und die Verbindungen und Burschenschaften sollten auf die sog. Blacklist, eine Nicht-Kooperationsliste geschrieben werden. Der RCDS hat diesen Antrag dazu genutzt, alle Verbindungen erneut in die StuPa-Sitzung einzuladen. Nach einem ewigen Affentheater, in dem erneut wieder respektlos mit den angereisten Gästen der Verbindungen, die schließlich allesamt auch Mitglieder der VS sind, wurde der Antrag letztlich mangels guter Argumente der Antragsteller wieder zurück gezogen. Auch durch das hohe Engagement der bandtragenden Studenten, die erneut zahlreich und geschlossen erschienen, konnte der Antrag zu den Akten gelegt werden. Aufgrund dieser Argumentation sei „die Grüne Hochschulgruppe erblasst“, so ein anwesendes Mitglied der VS.

Erneut wurde durch die Verbindungen die eine Hochschulgruppe sind klargestellt, dass eben diese Hochschulgruppe selbstverständlich sowohl Männer als auch Frauen aufnehmen würde, nur eben die dahinterstehende Organisation der Verbindung dann eben beispielsweise nur katholische Männer.

„Den unbegründeten ideologischen Kriegszug gegen Verbindungen und Burschenschaften, sowie die allgemeine Verbotsmentalität von Grün-Rot verurteile ich scharf! Wer bei einem Thema einfach keine Ahnung hat, tut besser daran, sich nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Genauso scharf verurteile ich den Umgang mit Mitgliedern der VS, die in einer Verbindung oder Burschenschaft sind, der hier an den Tag gelegt wurde. Die Gäste der StuPa-Sitzung wurden durch einige Mitglieder des StuPa´s absolut respektlos und ignorant behandelt. Wer so überheblich und respektlos mit seinen Mitmenschen umgeht, ist es meines Erachtens nach nicht würdig in diesem Germium zu sitzen und die Studenten nach außen hin zu repräsentieren. Studentenverbindungen gehören eben zum Hochschulleben dazu und stellen eine Bereicherung für dieses dar!“ so unser Gruppenvorsitzender Lukas Roser nach der Sitzung.

„Dass der Antrag letztlich zurückgezogen wurde, war logische Konsequenz eines eindeutig auf Ausgrenzung der Verbindungen und Burschenschaften zielenden Ansuchens der Grünen Hochschulgruppe. Dass der Antrag damit begründet wurde, dass Terre de Femme nicht auf die Black-List gehöre, da diese antidiskriminatorisch sei, ist reiner Populismus. Hier sollten Gruppen ausgeschlossen werden, die nicht in das Weltbild mancher Gremienmitglieder passen. Letztlich haben aber selbst die Antragsteller erkannt, dass sie keine Begründung gegen eine Aufnahme anderer „guten“ Hochschulgruppen auf die Black-List finden konnten. Eine Unterscheidung nach Willkürlichkeitsgesichtspunkten aus der eine Ungleichbehandlung der Hochschulgruppen erfolgt, wäre ein katastrophales Zeichen des StuPas hinsichtlich der mannigfaltigen Präsentierung der verschiedenen Hochschulgruppen im Rahmen der Hochschulmesse gewesen, die dann in dieser Form nicht mehr gewährleistet wäre“, so Jan Irschik, der stellvertretende Vorsitzende des RCDS Konstanz.

Der RCDS Konstanz unterstützt die Verbindungen in Konstanz, da sie für uns zu einem Hochschulleben dazu gehören. Das studentische Leben in all seinen Ausprägungen muss an der Uni willkommen sein. Es wäre fatal, sollten bestimmte Gruppen nur auf Grund der ihnen von anderen entgegengebrachten, absolut pauschalisierten und klischeebehafteten Ablehnung davon ausgeschlossen werden. Leider werden sie aber derzeit von der Infrastruktur des AStA´s ausgeschlossen. Solange der Beschluss besteht, fordern wir daher den AStA konsequent sich an diesen irrsinnigen Beschluss zu halten und nicht nach vermeintlich „ gut und schlecht“ zu bewerten.

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